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amy
BeitragVerfasst am: 27.02.2009 15:17  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1
Hallo Alle zusammen!

Ich bin 30 Jahre alt, vollzeit berufstätig, ledig, 1 Kind, die abwechselnd bei mir und bei ihrem Vater ist.

Vor knapp drei Jahren habe ich mich endlich aus meiner sehr unglücklichen Beziehung lösen können.
Für mich war schon lange vorher Schluss, innerlich - aber die äußere Trennung habe ich erst vor gut 2 Jahren geschafft.

Seit dieser Zeit bin ich auch mit meinem neuen Freund zusammen.
Wir kennen uns noch aus Schultagen, waren früher schon ein Paar und haben uns dann getrennt.

Vor insgesamt 4 Jahren haben wir begonnen uns regelmäßig zu treffen, zum Reden, er hat mir zugehört und war für mich da, hat sich aber ansonsten, was ihn betrifft, eher bedeckt gehalten.
Ich habe irgendwann gemerkt, dass er mehr als nur ein guter Freund ist und schließlich hat es richtig gefunkt - trotzdem hat es noch über ein halbes Jahr gedauert bis wir richtig zusammengekommen sind.
Ich wollte halt warten um mir mit meinem Gefühl ganz sicher zu sein.

Ich wußte, daß er mal eine Zeit in seinem Leben Marihuana konsumiert hat. Zu dem Zeitpunkt als wir zusammengekommen sind hatte er schon länger aufgehört; das war auch das Einzige was ich nicht hätte tolerieren können.
Also, ich habe sicher nichts dagegen, wenn jemand mal einen Joint raucht, soll jeder machen wie er will, solang er keinen damit belästigt oder reinzieht, aber das war schon weit mehr als das...

Und so beobachtete ich Alles erstmal.
Wie gesagt: hatte da schon Gefühle für ihn und er hörte irgendwann komplett auf, so wartete ich noch ein paar Monate ab und er blieb "clean" und wir kamen zusammen.

Er ist dann recht schnell bei mir mit eingezogen und es lief erst gut bis ich merkte, dass er es mit seiner Körperhygiene nicht so genau nahm, heißt kein Waschen, Zähneputzen, höchstens alle drei Wochen mal duschen.

Bei unseren Treffen bevor wir zusammengekommen sind, konnte ich nichts merken, denn da hatte er sich vorher körperlich sehr gepflegt.
Ich redete also mit ihm und "zwang" ihn teilweise auch in die Badewanne. Von ihm kam in dieser Richtung null Initiative und als er auch seine Umgebung zumüllte (also unsere Wohnung) war nach einigen Gesprächsversuchen meinerseits das Limit erreicht!
Ich bat ihn zu gehen, das tat er dann auch.
Zwei Wochen später, in der Zwischenzeit war Funkstille gewesen, simsten wir und trafen uns wieder.
Ich hatte ihn total vermisst und hatte mich die Zeit über aber zusammengerissen - doch nach 14 Tagen hielt ich es nicht mehr aus und wollte ihn sehen.
Er selbst hatte sich nicht gemeldet, da er mich nicht in meiner Entscheidung beeinflussen wollte, wie er sagte.
Ich sagte ihm meine Beweggründe, also warum ich ihn gebeten hatte zu gehen, dass es für mich unerträglich war.
Wir sprachen uns aus und er kam zurück.
Zu der Zeit beendete er seine Umschulung und war anschließend arbeitslos.
Er meinte er würde sich dann bewerben.

Eine Zeit war Alles okay, mal Hochs und Tiefs wobei die Tiefs nicht so ins Gewicht fielen, bei dem Gefühl was ich für ihn hatte.

Dann liefen uns ein paar Leute aus der Nachbarschaft von denen ich wußte dass sie mit Marihuana zu tun haben sollten (man kannte sich vom Sehen unterwegs) über den Weg und ich sagte, halb im Scherz, wenn er "mal einen rauchen wolle", müsse er sich an die wenden.

Offenbar tat er das auch, erst "nur mal so" - und das Ende vom Lied war, dass die unter der Woche nahezu jeden Abend bei uns saßen, es wurde kräftig geraucht und das war`s dann mit meinem Feirabend.
Und am nächsten Morgen wieder raus... und arbeiten...

Wenn mein Kind da war, fand das natürlich nicht statt - trotzdem war es für mich schier unerträglich, auch wenn ich nicht aktiv war, aber für mich hat das nicht zu sein, ich soll nix damit zu tun haben, ich bin sauber! Also, ich hab mich irgendwie beschmutzt gefühlt.
Um das klar zu stellen: ich finde es genauso unmöglich und heute weiß ich dass ich sofort härter hätte reagieren müssen.

Ich habe geredet, gebittet, unter Tränen gefleht, es teilweise laufen lassen in der Hoffnung, dass er aufhört...

Zwischendurch meinte er bei Gesprächen, ich sei mit Schuld weil ich ihm die Leute vorgestellt hätte.
Er lasse sich das nicht verbieten, egal von wem.
Ich könne denen ja sagen, dass sie gehen sollen. (Mit "denen" sind hier seine Kumpels gemeint, die ihn versorgt haben.)
Er meinte zwar es seien ja auch Freunde von mir aber so habe ich sie nie gesehen, höchstens flüchtige Bekannte, mit Freundschaft hat das nix zu tun gehabt!! So sehe ich das zumindest!

Heute weiß ich: ich hätte das tun müssen.
Doch ich war dieser Situation nicht gewachsen; ca 10 Personen sitzen im Wohnzimmer, alle bekifft, ich will meine Ruhe nach dem harten Arbeitstag, und komme rein und sage: "Sorry Jungs aber ich möchte dass ihr geht" - die lachen sich doch tot oder sind sauer und das hätte mein Freund mir wieder vorhalten können.

Also habe ich ihm gesagt dass er sie einlädt zu kommen und dann bitten kann zu gehen bevor ich nach Hause komme.
Nie so passiert.

Gegen Ende dieser "Phase", ich nenne es jetzt einfach mal so, war ich restlos pleite, konnte meine Rechnungen nimmer zahlen und "sie" kamen auch zu Zeiten wenn mein Kind da war.

Ich habe mich bemüht dass nach außen hin immer Alles ok war, doch meinem Unfeld blieb natürlich nicht verborgen, dass ich zunehmende Schwierigkeiten hatte.

Spätestens als ich durch chronischen Geldmangel meinen Telefonanschluss verlor, war für Andere klar, dass es alles Andere als ok war was bei und mit mir passierte.

Chronischer Geldmangel deshalb, weil ich meinem Freund Geld gab damit er sich was zu Rauchen holen konnte.
Bekam er das nicht wurde er laut, aggressiv, reagierte genervt usw.

Der absolute Tiefpunkt war für mich erreicht als er mich um meine letzten zehn Euro bat, die ich mir eisern gespart hatte um meinem Kind eine Bahnfahrt zum Vater zu ermöglichen.

Er klopfte mich wieder weich und ich gab es ihm.

Einen Tag später sind wir zu seinen Großeltern gefahren, wo er Geld bekam und mir die zehn Euro zurückgab.

Nach einem Jahr wirkte ich darauf hin, dass er weniger rauchte, das lief gut an aber wie bei Allem: wenn der Betroffene es nicht selbst will, geht es nicht!
Schließlich kam es zu folgender Situation: wir sitzen am Eßtisch in der Küche, sein Scheißkessel steht vor ihm, er hatte gerade geraucht und wir stritten uns lautstark weil er nicht sah oder sehen wollte wie ich litt.

Bei mir brannten die Sicherungen durch und ich nahm den Tisch, kippte ihn so dass der Kessel runterknallte und in Scherben zersprang.

Nie hatte ich Derartiges getan, immer hatte ich mich untergeordnet aber da war es wirklich zuviel für mich!

Mein Freund sprang auf und ging wie ein Monster auf mich los, würgte mich und stieß mich zu Boden.
Irgendwie schaffte ich es aus der Wohnung ins Treppenhaus, rappelte mich auf und lief auf die Straße.
Er kam auf Socken hinterhergelaufen, nahm mich in den Arm und entschuldigte sich bei mir, ich sei doch Alles was er habe und ich solle wieder mit nach Hause kommen.
Da ich im Schlafanzug war und in meinem desolaten Zustand eher in der Klapse oder auf der Wache gelandet wäre, bin ich mitgegangen unter der Voraussetzung dass er mich für diesen Abend in Ruhe läßt.

Da endlich hatte es "klick" bei ihm gemacht und er hörte auf mit dem Marihuana, bis heute hat er so gut wie nichts mehr angerührt, 10 Monate ist das jetzt her. Zwischendurch hatte er "sie" nochmal getroffen und rauchte einen Joint mit "ihnen" - aber das war einmal und ist jetzt ein halbes Jahr her.

So... nun ist er weg davon, es war ein harter und unfairer Kampf.
Er suchte sich einen Job, in der Zeit vorher war er durchgehend arbeitslos.
Er rauchte also nicht mehr und ging arbeiten.

Leider meldete er sich des Öfteren krank "Magenschmerzen, Unwohlsein" was keinen guten Eindruck bei seinem Chef machte.
Schließlich schrieb er seinem Chef einen Brief, in dem er vorgab er müsse sich um seinen schwer kranken Vater kümmern und könne nicht zur Arbeit kommen. Problem: Er hat so gut wie null Kontakt zu seinem NICHT schwer kranken Vater!

Irgendwann habe ich das rausbekommen, er selbst hatte natürlich nichts gesagt und das passierte mit vielen anderen Sachen auch: er erzählte mir, dass er sich kümmert und in Wirklichkeit tat er nichts.

Einmal war er echt dreist, blieb zu Hause und erst als ich mittags nach Hause kam und meinte was er denn habe und ob er sich denn krank gemeldet habe, nahm er sein Handy und rief beim Chef an.
Zumindest sah es so aus. Denn er sprach zwar aber hatte keine Nummer gewählt.
Das kam dann auch raus - ich stand jedes Mal wie die Blöde vom Dienst vor seinem Chef da "wie, er hatte doch gestern bei Ihnen angerufen" - "Nein? Dann muss ich mich vertan haben, entschuldigung..." Peinlich!!!

Mittlerweile hat er die Kündigung bekommen, sich wieder arbeitslos gemeldet, er wartet seit Anfang Dezember auf sein Geld aber diesmal ist es die Schuld vom JobCenter, da die die Akte verschlampt haben, das ist wirklich so, ich war selbst bei den Gesprächen dabei.

Noch was Doofes von ihm: wenn mein Kind in seiner Spardose Geld gespart hatte, war es oft weg - geht ja nicht dass der Herr keine Zigaretten und kein Bier mehr hat!
DA war ich echt sauer, denn ich kannimmer noch entscheiden inwieweit ich mich finanziell runterziehen lasse um es mal so zu sagen - aber ein Kind ist ein Kind und für mich ist es echt das Allerletzte, an dessen Spardose zu gehen. ^^

Ich glaube da hat es aufgehört, mein Verständnis. Und da ist auch mein Vertrauen zu ihm verschwunden.

Mitte des letzten Jahres haben wir beide einen Antrag auf Privatinsolvenz gestellt, der ist durch.
Für mich ist also wieder etwas Luft zum Atmen, nicht mehr allzu viel was einen drückt.

Mein Problem ist dass ich verbittert geworden bin durch die Dinge, die er mir angetan hat, bzw ich es ja zugelassen habe.

Ich fühle mich seelisch sehr schlecht, da ich letztes Jahr auch zwei Fehlgeburten hatte - dies hier nur am Rande erwähnt ^^

Vor einiger Zeit fragte ich ihn warum es so schwer sei, in Gegenwart meines Kindes keinen Alkohol (Bier) zu trinken.
Ich hatte ihn mehrfach darum gebeten und er tat es trotzdem. (
Für mich ist seit der Sache mit dem Rauchen Alles was in diese Richtung geht, generell Mist!)

Er meinte also auf meine Frage hin, dass er nicht daran denken würde, dass ich es nicht gut finde.

So, ich weiß nimmer was ich dazu noch mehr sagen soll.
Denke entweder ist es ihm scheißegal oder er ist blöd.
Das habe ich ihm gesagt und er meinte keins von beiden, aber er denkt nicht daran, wenn er am Kiosk vorbei geht.

Mein Gefühl: ich kann nicht mehr, fühle mich ausgebrannt, habe schlechte Laune, habe kein Vertrauen mehr zu ihm, das hat er erfolgreich zerstört.

Bisher habe ich nur mit einem Menschen über diese Dinge geredet und diesem Menschen auch nicht Alles erzählt.

Bitte keine blöden Kommentare, ich weiß selbst dass nicht prickelnd war was ich gemacht habe bzw. nicht gemacht hab...

Seine Familie weiß denke ich zwar um seine Probleme aber nicht die Einzelheiten wie ich sie hier geschrieben habe.
Die sind der Meinung dass man alle Hindernisse überwinden kann usw.
Normalerweise sehe ich das auch so nur mittlerweile bin ich mit meinen Nerven am Ende. Ich fühle mich wirklich SO: "Ich kann nimmer!!!"

Haben mittlerweile beide ne Überweisung zur Psychotherapie, will einen Termin haben aber der Arzt hat immer nur ein Band laufen, hab draufgesprochen, er hat aber noch nicht zurückgerufen.

Ich suche Menschen, denen es ähnlich geht, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Ich möchte mich gerne mit jemandem austauschen, der auch diese tiefe Traurigkeit, Leere und Abgestumpftheit spürt.

Nicht um einen Leidensgenossen sondern vielmehr einen Menschen zu haben, mit dem ich mich wie gesagt austauschen kann.
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kaira
BeitragVerfasst am: 27.04.2009 09:09  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 17.04.2007
Beiträge: 619
hallo amy,

erst mal willkommen hier

irgendwie scheint mir die eröffnung deines themas erst jetzt bewußt geworden zu sein.

wie geht es dir denn inzwischen? hast du die therapie beginnen können?

ich weiß nicht ob du dich im forum selbst mal ein wenig umgeschaut hast. vielleicht hast du ja auch das eine oder andere von meinen beiträgen gelesen.

etwas zu mir um die sache abzukürzen:

ich bin 25, lebe in potsdam, mache gerade mein abitur auf dem 2. bildungsweg fertig, bin selbst verschuldet aber nicht in der insolvenz, habe keinen kontakt zu meiner familie (außer einer tante) - von dem rest wurde ich entweder verbannt, oder aber die sind zu weit gegangen und ich habe mich von ihnen getrennt. heute bin ich seit 4 monaten in therapeutischer behandlung um die vergangenheit aufzuarbeiten - ich habe mich selbst dazu entschieden, weil ich an grenzen gestossen bin. seit her habe ich mich sehr stark weiter entwickelt.

um sich von seinem partner zu trennen (exmann) gehört viel mut dazu. ich habe diesen damals nicht gehabt. dafür hat er sich damals von mir getrennt, als er erfahren hat das ich mich seinem verbot, mit niemandem über unsere probleme zu sprechen, widersetzt habe. damals habe ich mich meiner scheinbar besten freundin anvertraut und sie angefleht sich da raus zu halten. sie hat mit ihm darüber gesprochen. er hat mit mir schluss gemacht, ist aus unserer gemeinsamen wohnung ausgezogen und zwar zu ihr und nach 2 monaten habe ich erfahren das die beiden seit 10 wochen zusammen sind. das ganze ist nun fast 5 jahre her. noch heute beeinflusst es mich sehr wenn ich ihn, seine familie oder was auch immer mit ihm zusammen hängt auch nur wahr nehme.

ich hatte angst es allein nicht zu schaffen. ich war in der ausbildung, wußte ich kann mir eine wohnung allein nicht leisten und nach hause (dresden) konnte ich nicht zurück. ich stand vor einem scherbenhaufen und wußte nicht mehr weiter.

oft komme ich mir inzwischen vor wie ein maratonläufer. ständig am laufen, ohne pause. im vergleich zu einem anfänger (unsportlichen) wirke ich fast unbesiegbar und unangreifbar. das es alles zu 90 % nur fassade ist spürt die umgebung nicht mehr. ehe mich etwas erreicht, das dauert und selbst dann stehe ich da und denke mir immer, es soll wohl einfach nicht anders sein. ich bin so in der "kondition" weit, das mich kaum noch etwas wirklich umhaut, aber ich komme dafür auch nicht zur ruhe. immer wieder liegt mein leben in schutt und asche und man will irgendwann echt nicht mehr. die menschen kennen einen nur als stark, diszipliniert und selbstbewußt. schwach ihnen gegenüber zu treten kann ich mir gar nicht wirklich vorstellen, weil ich angst habe das sie damit nicht umgehen können.

das du dich im moment so leer fühlst, kann ich sehr gut verstehen. im moment fühle ich mich nicht anders. seit 3 jahren freue ich mich eigentlich wie ein kullerkeks auf meinen abschluss und den abiball. heute ist das alles totl weit weg. wann immer ich mich auf etwas gefreut habe und etwas vor hatte. ich konnte die uhr danach stellen, es geht immer mehr schief als alles andere. ich bin es im moment so leid zu kämpfen und an gutes zu denken. das ist furchtbar.

oftmals denke ich mir, warum tue ich mir das überhaupt noch an. warum packe ich nicht einfach meine sachen, vor allem meine katzen (felix 9 jahre und knöpfchen 8 jahre) und meine bücher, wandere aus und lebe irgendwo im wald, weit weg von all dem ganzen scheiß. wie ich damit umgehen soll weiß ich auch nicht so wirklich!

ich hoffe das dich diese nachricht erreicht und du noch kontakt suchst!

liebe grüße aus potsdam
kaira

_________________
Gli esseri umani sono degli angeli avendo solo un'ala, per poter volare bisogna che si abbraccino
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