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Traurige Erinnerungen

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Anja
BeitragVerfasst am: 13.05.2007 07:30  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 01.01.1970
Beiträge: 1187
Wie ja einige von euch wissen, ist mein langjähriger Chef Herbert Ende Januar verstorben. Lungenkrebs, von der Diagnose bis zum Tod waren es nur 23 Tage!
Ich saß mit ihm 8 Jahre in einem Büro und wir haben uns sehr sehr gut verstanden.
Mein Cheffe war leidenschaftlicher Hobby CD Sammler und hat jeden Monat die CD des Monats rausgebracht.
Für nen 5er konnten wir sie dann kaufen. (JAJA ich weiß Kopierschutz und so).
Wenn wir eine Kopie einer CD haben wollten, war das nie groß ein Problem, denn er hatte fast alles. Neu wie alt und groß wie klein.
Wenn er eine mal nicht hatte und er fand sie interessant, dann kaufte er sie und machte dann für denjenigen einen Abzug.

Immer wenn ich jetzt denke oh die CD ist interessant, denke ich sofort an Herbert. Er hätte diese CD gehabt oder gekauft und nen Abzug gemacht.
Es tut so weh das er nicht da ist. Bei vielen CD s, die ich in die Hand nehme, sehe ich ihn vor Augen.
Erinnere mich an seine Gesten, sein Lachen, seine Art zu reden.
Habe Tränen in den Augen.
Ich weiß die Zeit heilt alle Wunden, aber .............

Was ich mich auch frage ist, ich bin seit seiner Beerdigung Ende Januar krank.
Hat es etwas damit zu tun, das meine Fahrangst so extrem ist?
Mein Chef war immer so was wie ein Ruhepol, er war auch abends lange da wie ich, wir konnten gut miteinander schweigen, ich half ihm, er mir. Wir haben viele krumme Sachen wieder gerade gebogen.
In den letzten 8 Monaten saßen wir dann nicht mehr zusammen.
Aber er war immer noch da. Er saß in der zweiten Etage, ich in der ersten.
Ich habe oft gedacht, er sitzt da oben, wenn ich will kann ich hochgehen und quatschen. Zu wissen, das er da ist, das ich dahin konnte, wenn es mir schlecht geht.
Einfach um hallo zu sagen, ohne was von mir zu erzählen müssen.

Als er im Januar krank war, war es schon komisch auf der Arbeit.

Wenn nun alles damit auch zusammenhängt, wie werde ich wieder gesünder. Wie bekomme ich meine Probleme so in den Griff, das es mir wieder besser?

Ich denke so oft an ihn, überlege ob ich nicht mal zu seinem Grab gehe. Komisch bei dem Grab meines Opa s war ich in den letzten 6 Jahren nur zweimal. An ihn denke ich auch oft.Aber zu ihm auf den Friedhof zu gehen, das schaffe ich nicht.

Bin so traurig, schon wieder laufen Tränen.
Weiß nicht wie ich damit umgehen soll.
Einfach nur unendlich traurig.
Wie schaffe ich es da rauszukommen und vernünftig damit umzugehen?

_________________
Gruß Anja
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kaira
BeitragVerfasst am: 13.05.2007 08:15  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 17.04.2007
Beiträge: 619
liebe anja,

vielen dank dafür das du uns an diesem teil deiner lebens teil haben lässt - zu allererst möchte ich dir mein beilied für den verlust aussprechen den du erlitten hast!

einen menschen zu verlieren ist etwas schreckliches - doch die wahre grausamkeit hat nichts mit blutsbanden zu tun sondern welchen "rang" dieser mensch in unserem leben eingenommen hatte. dein chef hatte zu dir eine beziehung aufgebaut die weit aus mehr als "arbeitgeber - arbeitnehmer" war. über die zeit hinweg wuchs da ein mächtiges band und das ist verdammt hartnäckig - einmal geschmiedet ist es nur selten wieder zu entfernen!

ich will dir damit keine angst machen das der schmerz niemals aufhört oder das du deine damit noch verbundenen ängste niemals los wirst, das ist nicht der fall. ich will damit sagen, ich glaube an ein leben nach dem tode, sogar an wiedergeburt und glaube das menschen, die so wichtig waren im leben der noch lebenden dann als schutzpatron einem zur seite stehen!!!

ich glaube fest daran das menschen somit in vielem trost finden und oft das gefühl haben "er oder sie ist jetzt gerade bei mir" - wenn du die cd's in der hand hälst dann versuche mal schrittweise zu lächeln und denke dir - "da du jetzt diese cd-sammlung jetzt nicht mehr erweitern kannst - tue ich es und zwar für uns beide" spüre in deinem herzen wie er dann lächelt und dann wird seine freude darüber auch auf dich langsam übergehen. siehe es als chance an jemanden in deiner zeit unsterblich zu machen - das ist das größte geschenk was einem menschen von anderen gemacht werden kann.

ich wünsche dir unendlich viel kraft mut und durchhaltevermögen - denn diese drei dinge wirst du am meisten brauchen! denke jedoch über eines mal nach - "ANGST IST KEINE SCHWÄCHE - SONDERN DER RESPEKT VOR NEUEN HERAUSFORDERUNGEN - ARM SIND DIE MENSCHEN DIE KEINE ANGST MEHR EMPFINDEN KÖNNEN"

gruß franzi

_________________
Gli esseri umani sono degli angeli avendo solo un'ala, per poter volare bisogna che si abbraccino
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Anja
BeitragVerfasst am: 13.05.2007 14:06  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 01.01.1970
Beiträge: 1187
Hallo Kaira,

danke für deine Worte. Weiß nicht was ich sagen soll, schon wieder Tränen in den Augen.

_________________
Gruß Anja
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smily77
BeitragVerfasst am: 14.05.2007 08:35  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 01.01.1970
Beiträge: 306
ich verstehe so gut, was du meinst und ich würd dir so gern was tröstendes und helfendes sagen, aber ich weiß nicht was.

auch ich hab ja 2 verluste erlitten und bis heute kann ich kaum an sie denken, ohne zu weinen. ich selbst hab auch noch keinen weg gefunden, mit der trauer zurecht zu kommen, aber wenn ich einen finde, dann bist du die erste, der ich es sage.

drück dich ganz lieb
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Anja
BeitragVerfasst am: 23.01.2008 00:54  Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden



Anmeldungsdatum: 01.01.1970
Beiträge: 1187
Der erste Todestag von Herbert ist rum
und ich denke noch so oft an ihn.


Du warst ein wunderbarer Mensch auch wenn ich das nicht so erkannt habe, aber ich war immer gerne in deiner Nähe, auch wenn die anderen es belächelt haben.
Immer hilfsbereit und so tollpatschig, liebenswert. Deine Art des erzählens so einzigartig.
Ich vermisse dich so sehr.
Ich kann nicht zurück zur Arbeit, weil du nicht mehr da bist.
Du warst mein Rückhalt meine Zuflucht mein Ruhepool um das alles überhaupt zu schaffen.
Wie solle ich jemals das ohne dich schaffen.
Auf deinem Platz sitzt längst jemand anders.
Du hast immer bis zum umfallen gearbeitet egal wie krank du warst.
Aber du hast gelebt, richtig gelebt auch wenn dein Leben nur kurz war.
Ich war noch nie an deinem Grab, aber du bist nicht vergessen,wirst es niemals sein.
Wenn es ein Leben danach gibt, hoffe ich das es dir gut geht.
Grüß mir meinen Argon.

Ich vermisse euch beide unendlich.

_________________
Gruß Anja
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